Bevor man sich für einen Elektrorasierer entscheidet, muss man zunächst eine Bauform wählen – Rotation oder Folie. Wir stellen beide gegenüber.

Die Frage, auf welche der beiden Bauformen man bei einem elektrischen Rasierapparat setzen sollte, stellt sich schon seit fast 80 Jahren, denn solange gibt es beide Varianten bereits. Der erste Elektrorasierer überhaupt wurde im Jahr 1898 erfunden und hatte noch wenig mit den heutigen Geräten gemein. Erst durch die Erfindung kleinerer Elektromotoren in den 1930er Jahren wurden handliche Elektrorasierer möglich. So war es die Firma Remington, die im Jahr 1937 den ersten elektrischen Rasierer angeboten hat, einen Folienrasierer. Aber schon 2 Jahre später trat Philips mit einer alternativen Bauform an und brachte den ersten Rotationsrasierer mit 3 Klingenköpfen auf den Markt. Und seitdem konnte sich auch keines der beiden Systeme entscheidend durchsetzen und das jeweils andere vom Markt verdrängen. Beide haben ihre eigenen Vor- und Nachteile und dementsprechend ist es auch eine sehr subjektive Entscheidung beim Kauf. Wer sich einmal entschieden hat, bleibt in der Regel aber auch viele Jahre, manchmal ein Leben lang bei „seiner“ Technik. Aber was ist mit Neueinsteigern in die Welt der Elektrorasierer? Was spricht für einen Folienrasierer und was für einen Rotationsrasierer? Wir möchten beide Varianten näher beleuchten und die ein oder andere Entscheidungshilfe bieten.

Hersteller – wer macht was?

Wenn man einen Lieblingshersteller hat, stellt sich die Frage nach der Bauform beim Rasierapparat meist gar nicht mehr. Die meisten Hersteller haben sich auf eine der beiden Versionen festgelegt und bieten konsequenterweise auch nur noch solche Geräte an. Braun und Panasonic sind die größten Anbieter im Bereich der Folienrasierer und auch Hersteller mit weniger Marktanteil, wie Grundig oder Clatronic setzen ausschließlich auf die Folie. Philips ist der große Gegenspieler und hält seit 1939 an der Eigenentwicklung mit den rotierenden Scherköpfen fest. Bis heute hat Philips ausschließlich Rotationsrasierer im Angebot. Nur einige wenige Hersteller, wie zum Beispiel Remington, bieten beide Bauformen an.

Die Funktionsweise und die Unterschiede

Schon bei der Formgebung unterscheiden sich die beiden Varianten erheblich und auf den ersten Blick. Während der Folienrasierer mit einem rechteckigen (einige moderne Geräte sind hier leicht gewölbt) Scherkopf ausgestattet ist, dominieren beim Rotationsrasierer runde, weichere Formen. Die 3 runden Scherelemente sind hier in der Regel in einem Dreieck angeordnet und können durch die voneinander unabhängige Rotation, Haare aus verschiedenen Richtungen erfassen und abschneiden. Dazu trägt auch die kreisende Rasierbewegung bei, die bei der Anwendung empfohlen wird. Ein Folienrasierer sollte dagegen in geraden Bahnen über die Haut bewegt werden und kann somit die Barthaare auch immer nur aus einer Richtung kommend aufnehmen. Die Klingen unter der schützenden Folie bewegen sich seitwärts-oszillierend und rasieren die Haare und Bartstoppeln, die von vorne zugeführt werden.

Braun Series 9 Scherkopf

Der Folienscherkopf eines Braun Series 9 Elektrorasierer in der Großaufnahme.


Allgemein gelten Folienrasierer als etwas schonender für die Haut als Rotationsrasierer. Die Scherfolie verhindert einen direkten Kontakt zwischen Klingen und Haut und beugt so übermäßigen Hautirritationen vor. Man muss an der Stelle aber auch erwähnen, dass es da durchaus Ausnahmen gibt. Nicht wenige Männer berichten, dass sie mit Folienrasierern nicht zurecht gekommen sind, Rotationsrasierer dann aber alle Hautprobleme vergessen ließen. Es kommt am Ende des Tages also auch immer auf den Hauttyp, den Bartwuchs, das genaue Modell und nicht zuletzt auch die Benutzung an. Auch die Gründlichkeit der Rasur unterscheidet sich bei beiden Bauformen nicht grundlegend und allgemeingültig. Je nach Regelmäßigkeit der Rasur und Barttyp konnten beide in unserem Rasierer Test erstklassige Ergebnisse erzielen. Ein handfester Vorteil des Folienrasierers zeigt sich aber beim Trimmen von Bärten, denn das gelingt hier dank des geraden Scherkopfes und der Bewegung in Bahnen deutlich besser.

Fazit – jeder nach seiner Fasson

Keine der beiden Bauformen ist klar besser als die andere und kann für jedermann empfohlen werden. Beide haben ihre Daseinsberechtigung und können trotz kleiner Unterschiede für eine erstklassige Rasur sorgen. Männer mit sensibler Haut und Bartträger könnten aber aus den oben genannten Gründen, einem Folienrasierer den Vorzug geben. Für die Komplettrasur bietet sich dagegen ein Rotationsrasierer an, da der die schwierigen Stellen am Kinn und Hals etwas besser erreicht. Fast wichtiger als die Bauform ist unserer Erfahrung nach aber die Qualität des Rasierapparats. Ein hochwertiges Modell wird einen Billigrasierer im direkten Vergleich fast immer schlagen, egal um welche Bauformen es sich bei den beiden handelt.